Weltwassertag: Die Feuchtigkeit im Boden halten

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Weltwassertag: Die Feuchtigkeit im Boden halten

Zum Weltwassertag am 22. März lohnt sich ein Blick auf den heimischen Spargelanbau. (Foto: GMH/VSSE)

Unsere Ressourcen müssen geschont werden. Das gilt auch für den Wasserverbrauch in der Gemüseproduktion.


Im deutschen Spargelanbau wird der Wasserverbrauch durch den Einsatz von Folien deutlich reduziert. Denn Feuchtigkeit kann durch die Abdeckung nicht so leicht aus dem Boden verdunsten. Der Weltwassertag am 22. März ist ein guter Anlass, einmal genauer hinzuschauen.

Auf den ersten Blick klingt es unlogisch: Doch tatsächlich sind Plastikbahnen auf den Spargelfeldern gut für die Umwelt. Denn unterm Strich überwiegen die Vorteile. Nicht nur beim Wasserverbrauch. So lässt sich mithilfe von Folien die Temperatur im Spargeldamm steuern. Durchsichtige Folien werden in der Regel einige Wochen vor dem Erntebeginn über die Erdwälle gespannt. Sie sorgen für eine schnellere Erwärmung des Bodens. Es entsteht ein Treibhauseffekt, wodurch der Boden sich tagsüber effektiv erwärmt. Die nächtliche Abkühlung wird abgemildert.

Der Wasserschutz durch Folien greift in zweierlei Hinsicht: Die Abdeckungen verhindern die Verdunstung auf unseren Feldern. Und sie sorgen dafür, dass die heimische Ernte früher beginnt und somit weniger Spargel aus wasserarmen Regionen in Südamerika und Südeuropa importiert wird. Beispielsweise werden in Peru rund 40 Prozent mehr Wasser pro Kilo Spargel benötigt als hierzulande. Neben der Wassereinsparung sieht auch die CO2-Bilanz von heimischem Spargel wesentlich besser aus als die von Importware. Denn die Transportwege von den regionalen Produzenten bis in die Haushalte sind kurz.

Zur Steuerung der Ernte kommen beim Spargelanbau schwarz-weiße Folien zum Einsatz. Die Farbe hat einen Einfluss auf das Wachstum des Spargels. Durch eine dunkle Schutzhülle erhöht sich die Temperatur im Boden, der Spargel wächst schneller und die tägliche Erntemenge steigt. Die helle Abdeckung reflektiert hingegen die Sonne und sorgt dafür, dass der Boden sich nicht so schnell aufheizt. Die Stangen wachsen langsamer. So lässt sich ein Überangebot an heißen Tagen verhindern. Da die Folien kein Licht an die Spitzen lassen, verfärbt sich der Spargel nicht, verholzt weniger, ist seltener bitter und hat eine gleichmäßigere Dicke. Außerdem hilft die Abdeckung gegen Bodenabtrag durch Wind und vermindert das Wachstum von Wild- und Unkräutern. Das wiederum reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erheblich. Ein weiterer Vorteil ist, dass nur noch einmal statt zweimal täglich geerntet werden muss. Das senkt die Lohnkosten und wirkt sich günstig auf den Spargelpreis aus.

Übrigens: Spargelfolien dürfen nicht auf Mülldeponien entsorgt werden. Sie können sowohl recycelt – zum Beispiel zu Parkbänken oder Mülltüten – als auch thermisch verwertet werden.

(Quelle: Das Grüne Medienhaus)

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