Ziergras mit Zukunft

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Ziergras mit Zukunft

Mit einer Wuchshöhe von zwei Metern ist die breitblättrige Sorte ’Thunder Cloud‘ eine imposante Gestalt. Abertausend Blüten umschwirren die zunächst graugrünen, später leuchtend gelben Halme. (Foto: GMH/Bernd Hertle)

Attraktiv, robust und trockenheitsverträglich gehört das Ziergras zu den aktuellen Stars der Gartengestaltung und überrascht immer wieder mit neuen, spektakulären Sorten - und klangvollen Sortennamen wie ’Northwind‘, ’Warrior‘ oder ’Thunder Cloud‘.


Einer, der den Aufstieg der Gattung Panicum genau verfolgt hat, ist Bernd Hertle. Der Professor für Freilandzierpflanzen an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist auch als Vorsitzender des Arbeitskreises Staudensichtung immer auf dem Laufenden über die aktuellen Entwicklungen in der Züchtung und Pflanzenverwendung. „Meine erste Begegnung mit der Rutenhirse hatte ich zu Beginn meines Gartenbaustudiums im Sichtungsgarten von Weihenstephan“, erinnert er sich. „Dort stand inmitten einer prachtvollen Asternpflanzung die Panicum-virgatum-Sorte ’Strictum‘ - eine aufrecht wachsende, sehr standfeste Auslese mit rotbraunen Blütenständen, deren Halme sich im Herbst leuchtend gelb verfärben.“

Heute leitet Hertle die Weihenstephaner Gärten und die Rutenhirse gehört längst zum festen Inventar. „Auf die drei, vier Panicum-Sorten meiner Studentenzeit folgte nämlich vor etwa 20 Jahren ein regelrechter Gräserboom, als der Präriestauden-Trend aus den USA nach Deutschland schwappte“, berichtet der Staudenexperte. Es war also höchste Zeit, das Sortiment genauer unter die Lupe zu nehmen: Rund 30 Sorten wurden im Rahmen der Staudensichtung aufgepflanzt und vier Jahre lang regelmäßig bewertet - auch in Weihenstephan.

Das Ergebnis bestätigte die herausragenden Qualitäten insbesondere vieler Echter Rutenhirsen (Panicum virgatum). „Sie sind wunderschön, gestalterisch anpassungsfähig und absolut pflegeleicht“, fasst Hertle zusammen. „Als sogenannte Late-Season-Grasses entwickeln sie sich im Frühjahr etwas langsamer und blühen erst im Juli/August, sehen dann dafür aber umso prächtiger aus.“ Die mal straff aufrecht wachsenden, mal sanft übergeneigten Halme sind je nach Sorte grün, graublau oder glänzen schon ab dem Frühsommer mit attraktiven roten Spitzen. Zur Farbenvielfalt der Halme gesellen sich die zarten Gräserblüten, die wie zarte Schleier über und zwischen den scharf umrissenen Konturen der Blatthorste schweben. Im Herbst warten schließlich zahlreiche Sorten mit einer herrlichen Herbstfärbung zwischen leuchtendem Gelb und glühendem Rot auf.

Über den Standort muss man sich dabei keine großen Gedanken machen, einzig volle Sonne ist ein Muss. „In der Natur ist Panicum von Südkanada bis nach Mexico verbreitet und an den unterschiedlichsten Standorten zu finden. Davon profitieren auch die Gärten: Die meisten Gartensorten gehören der Art Panicum virgatum an und gedeihen auf allen mäßig trockenen bis frischen Böden. Für sehr leichte, sandige Böden und an Straßenrändern, wo viele Pflanzen unter Streusalzeinträgen leiden, eignet sich die Bittere Rutenhirse (Panicum amarum) ‘Dewey Blue‘ besonders gut.“ Und das nahezu ohne Pflege. „Während der vierjährigen Sichtungszeit haben wir die Pflanzen nicht ein einziges Mal gewässert, doch bis auf wenige sehr breitblättrige Sorten zeigten sie keinerlei Trockenschäden. Düngen ist auf den typischerweise gut versorgten Gartenböden ebenfalls überflüssig.“ Die Rutenhirse ist definitiv ein Gras mit Zukunft.

(Quelle: Das Grüne Medienhaus)

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